Das Technische Marschroutentempo der Automobilindustrie ist schon beachtlich. Nicht erst seit dem die Welt unterzugehen scheint, nein, auch schon vorher. Gestern wagte ich mich in eines der Fahrzeuge, in dem der Technologische Fortschritt seinen momentanen Gipfel erreichen soll, dem Toyota Prius III. Wie seine Vorgänger (Folgerichtig Prius I und II
) Sieht auch der aktuelle irgendwie aus wie ein Raumschiff. Sitzt man aber erst drinnen, stellt man fest: Yarp, ein Raumschiff.
Nun gut Schlüssel ins Mittelfach (wer braucht schon Zündschloss heutzutage…), Gurt angelegt (Muss man doch tatsächlich noch selber machen), Startknopf gedrückt und siehe da, es brummt nicht nach dem Starten, es leuchtet am Display nur ein bisschen mehr als vorher. Das Miniwählhebelchen auf D (fühlt sich irgendwie nicht so Heterosexuell an wie ich mir einen Wählhebel vorstelle
) und dann kann’s schon losgehen. Mit etwas Gas zischt das 1450 Kilo Schiff los. Erst Geräuschlos mit reinem Elektro- Antrieb, erst dann schaltet sich der Benziner hinzu. Was mir als erstes Auffällt: das Head Up Display. Boah, mein erstes Mal mit HUD. Geschwindigkeit und die weiter-weiter-weiter-weiterentwicklung des Guten alten Toyota- Econometers werden dort angezeigt. Die (leider mittig positionierte) Hauptanzeige informiert über diverse Fahrzeugszustände: Agregatszustand (Wer was antreibt und wieviel Energie noch in den Akkus steckt), Verbrauchshistorie, Sitzgurtbelegung hinten und so Zeugs. Einzig Tankanzeige, Tacho, Momentanverbrauch (Dessen Anzeige nicht über 10 Liter geht…) und Wassertemperatur werden fix angezeigt. Witziges Feature: beim drücken auf einem der Knöpfe am Lenkrad, erscheint über dem Kombiinstrument eine Anzeige der Lenkradschalter mit einer Anzeige des Momentan gedrückten Schalters. colles Gadged, gibt die Anzeige auch wieder ein gewisses Star Trek Feeling. Der Prius ist eigentlich ein in sich abgeschlossenes Relax- Wohlfühl Programm. Die sehr tiefe Geräuschkulisse, die Bequeme Sitzposition, die Arbeit, die dem Fahrer abgenommen wird, Eine gute Audioanlage und der Lichtdurchflutete Innenraum sorgen dafür, dass man nach dem Aussteigen entspannter ist als vorher. Das führt auch dazu, dass man gar nicht dazu kommt, den Grenzbereich des Prius auszuloten. Das Einzige was ich in dieser Hinsicht sagen kann: Leistung ist genug vorhanden, man merkt es einfach nicht so, da der Lärm nicht parallel zur Geschwindigkeit ändert: Das Fahrgeräusch mit 70 km/h ist gleich wie mit 120km/h, was bei allfälligen Radarfallen (gemäss Erfahrungsberichten) auch zum Problem werden kann. Alles in allem finde ich den Prius gelungen, das Paket stimmt. Einziges Manko: Wieso zur Hölle habe ich es als ausgebildeter IT-Fachmann nicht geschafft die Einparkhilfe zu aktivieren und zu testen? Braucht es dazu einen eigenen Lehrgang?
Zum Schluss ist mir Aufgefallen: Das Sparsamste Auto der Toyota- Palette ist zugleich das Fahrzeug mit dem Grössten Heckspoiler der Toyota- Palette…
…verkehrte Welt.
